Rundbrief Juni 2014

Die Sommergala hat eine Spendensumme von 522€ für Brasilien eingebracht! Der Rundbrief beschreibt, wie die WM in Brasilien wirklich erlebt wird.

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Liebe Freunde von O Semeador!

Nach langer Zeit mal wieder ein Brief über Neuigkeiten von O Semeador! Es fällt mir schwer etwas zu schreiben, schon lange schiebe ich es vor mir her. Ich finde es sehr interessant, wie viel derzeit von Brasilien berichtet wird. Sooft fühle ich mich so unterstützt, von dem was berichtet wird. Es wird so deutlich, wie es dem Volk, der Mehrheit in Brasilien wirklich geht, wer von der WM profitiert und wer eben mal wieder nicht.

In den Favelas gibt es sehr viele Unruhen, Gewalt und Angst. Zur creche kommen die Mitarbeiter jetzt alle zu verschiedenen Zeiten, aber niemals alleine. Vor einigen Wochen ist eine Mitarbeiterin aus der Küche überfallen worden. Nun haben alle Mitarbeiter Angst. Auch mit dem Bus traut sich keiner mehr zu fahren, da ca. 40 Busse angezündet wurden. Es wird jetzt halt sehr deutlich, dass die WM alles Geld verschluckt und am meisten merken das die Menschen im Bereich Gesundheit und Soziales. Alles wird teurer. Außerdem ist es überall noch voller als sonst. Um in die Stadt und wieder zurück zu kommen, haben Fátima und Wilson anstatt von 3 Stunden, 8 Stunden gebraucht.

Es gibt dann auf der anderen Seite aber auch die große Lust am Fußball.
Das schenkt den Menschen einen Moment Glück!
Im Sämann spielen die Kinder jedenfalls sehr viel Fußball. Die eigentliche WM findet eh´ bei uns im Sämann statt.
Der Alltag geht in der creche aber so gut es geht weiter. Die Behörde hat auch mal wieder einen Techniker vorbei geschickt und eine Kontrollliste anfertigen lassen. So sollen den Kindern neue Matratzen gekauft werden. Die alten genügen nicht mehr… Eine Matratze kostet zwischen 70 und 90R$. Außerdem soll es eine neue Garderobe für die Kinderrücksäcke und neue Mülleimer für jeden Raum geben. Nun gut, irgendwie werden wir das auch hinbekommen.

Fátima geht es im Moment sehr gut, aber Maíra und Wilson geht es nicht besonders. Wilson stresst die momentane Lage in São Paulo sehr. Außerdem werden momentan in der Stadt auch sehr schnell Einrichtungen geschlossen, die den Anforderungen der Behörde nicht nachkommen. Eine befreundete Einrichtung wurde erst kürzlich geschlossen. Der Regierung ist es in São Paulo derzeit scheinbar egal, was mit den Kindern passiert, die ihren Kindergarten verlieren… Es geht so viel um Macht.

Maíra (Tochter von Fátima), die im 5. Monat schwanger ist, muss ab jetzt zuhause bleiben, da sie sich schonen muss.
Bleibt noch zu sagen, dass sich alle auf unseren Brasilienbesuch nächstes Jahr freuen! Es werden die ersten Pläne geschmiedet…
Ich schicke euch noch ein paar Fotos von der wahren WM in Brasilien!

Até logo! Und muito obrigado für Euren Einsatz für die Kinder von O Semeador!
Im Namen aller von O Semeador Eure Sandra

Grundschule in Hamburg Sasel