Projektwoche des Jahrgangs 2 zum Thema „Wunder“

In dieser sonderbaren Zeit, in der wir „unsere“ Schulkinder nur wenige Stunden in der
Woche sehen konnten und den Rest der „Unterrichtszeit“ über Padlet-Wochenpläne und
Zoom-Konferenzen bestritten, war es uns wichtig, trotz Corona einen schönen und besonderen Abschluss des Schuljahres zu gestalten. Wir wollten gemeinsam mit den Kindern unsere Gedanken im positiven Sinne schweifen lassen und unseren Blick öffnen für die vielen wundervollen Dinge, die uns auch in so einer Ausnahmesituation umgeben und uns staunen und hoffen lassen.
Den Start unserer Projektwoche hatten wir gemeinsam mit den Kindern in der Schule. Gemeinsam haben wir uns dem Begriff „Wunder“ genähert. Bei der Betrachtung zahlreicher Gegenstände aus einer Wundertüte wie z.B. Kristall, Versteinerung, Batterie, Handy, Streichholz und Klassenfoto haben wir überlegt, warum es sich dabei um Wunder handelt und warum Dinge wunderbar sind. Schnell wurde uns klar: Wunder erkennen ist eine sehr individuelle Sache; was der eine normal findet, kann ein anderer Mensch wundervoll finden. Zudem gehört eine Portion Zeit und Muße und genaues Betrachten bzw. Nachdenken über Dinge dazu, wenn man Wunder entdecken und bereit sein möchte, sich zu wundern oder etwas zu bewundern.
Zeit hatten wir nun eine Woche lang und so folgten wir dem Appell, den Alexa Feser in ihrem Lied „Wunderfinder“ äußert:

Bist du ein Wunderkind oder für Wunder blind?
Diese Welt wird für Wunder immer blinder.
Wenn du sie sehen kannst, bist du ein Wunderfinder!

Wir wollten zu Wunderfindern werden! Eine kleine Vorübung dazu war unser Bilderbuchkino „Das rote Ding“ (Ebi Neumann), bei dem die Kinder staunten, wie verschiedenartig das rote Ding auf dem Wasser von Menschen durch ihre unterschiedlichen Denkstrukturen wahrgenommen wurde: Einmal war das rote Ding die Flossenspitze eines Wals, ein anderes Mal der rote Helm eines Feuerwehrmannes.
Nach unserem vertrauten Jekawa-Leitgedanken „Es gibt keine falschen oder unpassenden Ideen und Lösungen – verschiedenartiges Denken ist erwünscht!“ entwarfen die Kinder voller Elan in ihren Jekawa-Heften Bilder und Texte über ein gelbes kleines Dreieck und das, was es sein könnte in Anlehnung an das betrachtete Buch.
Schon neigte sich der erste gemeinsame Projekttag dem Ende entgegen. Wir würden nun für einige Tage jeder für sich auf Wundersuche gehen müssen. Ein im Jahrgangsteam gemeinsam gestaltetes Padlet mit zahlreichen Ideen und Anregungen für Wunderfinder aus den Bereichen Natur, Technik, Geschichten, Musik, Tierwelt, Mathematik, Sprache und Religionen sollte den Kindern dabei eine Stütze sein.
Doch bevor wir auseinandergingen betrachteten wir noch gemeinsam das wundervolle Buch „Die Welt in der Wunderkammer“ (Alexandre Galand, Delphine Jacquot). Hier erhielten die Kinder Anregungen, wie sie ihre Entdeckungen während der Projektwoche in einer persönlichen Wunderkammer aufbewahren und den anderen Kindern am Ende der Projektwoche präsentieren können.
Zum Abschluss dieses Schultages schrieben die Kinder noch wundervolle Eigenschaften ihrer Mitschüler auf, die ihnen aufgefallen sind. Als wir uns am Ende der Projektwoche wieder in der Schule trafen, haben wir sehr über die vielfältig gestalteten und bestückten Wunderkammern der Kinder gestaunt. Sozusagen als kleinen Ferienabschiedsgruß gab es mit dem Zeugnis dann für jedes Kind noch die zusammengefasste Sammlung seiner wundervollen Eigenschaften, die Mitschüler entdeckt und aufgeschrieben haben.

Svenja Kahm (und das Jahrgangsteam des nun 3. Jahrgangs)